Gedächtnisprotokoll

Im Gedächtnisprotokoll hältst du fest, was genau geschehen ist. Es dient dir als Gedächtnisstütze für etwaige spätere Verfahren und sollte von dir selbst, einer/m Anwält*in oder einer Rechtshilfegruppe unter Verschluss bewahrt werden. Daneben dient es der Dokumentation von Polizeigewalt. Beim Schreiben immer daran denken: Je genauer das Protokoll ist, desto besser kann später auf mögliche Anklagepunkte reagiert werden. Ungenaue Protokolle nutzen dir und deinem/r Anwält*in später wenig.

Bitte schildere so detailliert wie möglich den Geschehensablauf.
Die folgenden Punkte sollen dir als Orientierung dienen:

  • Name und Alter bei Jugendlichen und Heranwachsenden
  • Datum und Uhrzeit der Geschehnisse
  • Ort des Geschehens (Straße?)
  • Beteiligte Polizist*innen (Polizeieinheit, Landespolizei/Bundespolizei, Dienstnummer, Kfz-Kennzeichen, Art der Uniform)?
  • Verletzungen (Wenn ja, welcher Art)?
  • Wer hat wann, was, von welchem Standpunkt aus, in welcher Reihenfolge gesehen?
  • Falls Du festgenommen wurdest: Wann wurdest du wo festgenommen? Was genau ist vor, während und nach der Festnahme geschehen? Wie wurdest du behandelt? Was wird dir vorgeworfen? Kam es zu einer ED-Behandlung/DNA-Entnahme? Wurdest du vernommen bzw. hast du eine Aussage gemacht? Hast du etwas unterschrieben?
  • Gab es (andere) Zeug*innen (Vorname, evtl. Telefonnummer)?

Weitere Hinweise zum Erstellen eines Gedächtnisprotokolls:

  • Ein Gedächtnisprotokoll sollte weder dich noch andere belasten.
  • Es sollten vor allem Fakten enthalten.
  • Keine Vermutungen, Emotionen, persönliche Lageeinschätzungen
  • Keine Beschreibung von kriminalisierten Aktionen, sondern vor allem der Polizeibehandlung und Repressalien. Wenn nötig, solltest du die Vorwürfe nennen, die die Polizei dir gemacht hat.
  • Ausschließlich die Namen von den Verfasser*innen und von den Menschen, die tatsächlich festgenommen wurden, aufschreiben (Namen von PolizistInnen sind natürlich wünschenswert)

Das Protokoll sollte möglichst bald - am Besten direkt nach der Festnahme - geschrieben und danach sicher verwahrt werden (z.B. verschlüsselt, bei einem/r Anwält*in, einer Rechtshilfegruppe). Beim Versenden per E-Mail solltest du unbedingt Verschlüsselungstechniken nutzen!

Weitere Informationen zu Verschluesselungstechniken.

Sprechstunde

Am zweiten Freitag des Monats ab 19 Uhr im Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5, Frankfurt

kommende Sprechstunden:

  • 14.07.2017
  • 11.08.2017 entfällt
  • 08.09.2017
  • 13.10.2017
  • 10.11.2017
  • 08.12.2017

EA-Nummer im Zusammenhang mit Demonstrationen:
0152 15330320

E-Mail:
info(at)ea-frankfurt.org